Ministerpräsident und SPD-Landesvorsitzender Stephan Weil zu Gast bei Jobachem in Dassel

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat am 05.05.2017 die Firma Jobachem in Dassel besucht. Gespräch mit der Geschäftsleitung erfuhr der Gast etwas über die Leistungsfähigkeit des Familienunternehmens, aber auch über Probleme, die es zu lösen gilt.

Dr. Jens-Uwe Kahl, Geschäftsführer, stellte dem Ministerpräsidenten das Unternehmen vor, und Weil zeigte sich sehr interessiert am Werdegang. Jobachem ist ein internationales Vertriebsunternehmen chemischer Produkte, unter anderem vom Weichmachern, Lösungsmitteln und UV-Filtern sowie Aromen und Riechstoffen, und Dienstleister der chemischen Industrie. Gegründet 1992, hat es seinen Sitz kurz darauf in dieser Form in Dassel gefunden.

Importiert werden die Chemikalien aus Asien vor allem über den Hamburger Hafen, viele Kunden haben ihren Sitz in Süddeutschland und im europäischen Ausland. Dassel sei also eine richtige Entscheidung gewesen. Das Unternehmen mit 40 Mitarbeiter, davon 35 am Standort Dassel, wurde vor kurzem für den Niedersächsischen Außenwirtschaftspreis nominiert, eine große Ehre, wie der Geschäftsführer betonte. Niederlassungen von Jobachem gibt es in Hongkong, Suzhou/China und Atlanta/USA. »Wir sind damit in den drei Hauptregionen der Welt unterwegs.

Die chemische Industrie, betonte Weil, ist wichtig für Deutschland, weltweit sei man da absolut führend. Weniger Eingriffe durch die Politik wünschte sich der Geschäftsführer. Schwierigkeiten gibt es unter anderem mit »REACH«, also für die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien. Im kommenden Jahr läuft die bisherige Regelung zur Vorregistrierung aus – die Handhabung wird dann weitaus komplizierter und wirtschaftlich risikoreicher. »Bisher konnten wir schnell und flexibel auf Kundenwünsche reagieren«, hieß es bei Jobachem. Künftig werde das nicht mehr möglich sein. »REACH« künftig geschmeidiger handhaben, das wäre der Wunsch aus Dassel. Das klinge für ihn sehr kompliziert, so Weil, aber er werde sehen, wo er helfen könne.

Ein weiteres Thema wurde im Bereich Infrastruktur und Logistik angerissen. Die Hinterland Anbindung des Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven, wo mehr und mehr Waren angeliefert würden, dauere »ewig«, insbesondere auf der Schiene, die Abholung werde immer schwieriger. Auch das Güterverkehrszentrum in Göttingen mit eigener Bahnanbindung wäre wünschenswert.

»Hinreichend bekannt« sei das Thema schnelles Internet, dass das Unternehmen ebenfalls aufs Tapet brachte.  In den fünf Landkreisen in Südniedersachsen sollte es eigentlich vorangehen. Das Problem, führte der SPD-Landtagsabgeordnete Uwe Schwarz aus, seien die Anbieter. Die Telekom veralbere die Kommunen und das Land. Dabei gebe es in Gewerbegebieten wie hier in Dassel hohen Bedarf.

Auf Zukunftsvisionen verwies schließlich der Geschäftsführer: Man denke durchaus an Erweiterungen, und es wäre schade, wenn das dem Landesraumordnungsplan zuwiderliefe. Das Land habe großes Interesse daran, die Wirtschaft nach vorn zu bringen, betonte der Ministerpräsident. Da müsse das Unternehmen keine Sorge haben. »Sonst sagen Sie Bescheid.« Verabschiedet hat sich Weil gut gelaunt: Ein solches Unternehmen habe er noch nicht kennengelernt. »Ich mache jeden Tag eine neue Erfahrung«.